Vernetzung und Synergien
Kirchliche Frauen, wie Nonnen? Oder gar nicht spirituell? Oder irgendetwas dazwischen?
Selbst innerhalb der Beginenbewegung gibt es viele unterschiedliche Vorlieben, was zu teilweise erheblichen Missverständnissen führt.
In jüngster Vergangenheit erzählte Uta-Maria Freckmann (Redakteurin der "Beginen heute"), dass z.B. australische Beginen nicht gut fänden, dass in Deutschland der Beginenweg zu "säkularisiert sei".
Tatsächlich sperren sich einige Beginen in Deutschland gegen Spiritualität und gegen Gott, weil sie Gottesfreundschaft automatisch mit Kirche und Religion gleichsetzen, und die im Mittelalter zwangsweise erfolgte Vereinnahmung der Beginenbewegung durch die Kirche zutiefst ablehnen. Man muss verstehen, dass viele Beginen das auf keinen Fall wiederholen wollen.
Einige davon reduzieren sich in vielen Fällen nur auf das Wohnen von Frauen in gemeinschaftlichen Höfen.
Wiederum andere, und dazu gehören wir, leben spirituelle Werte, Gebote und die Nachfolge Christi, mit esoterischen Elementen und OHNE einer Religion anzugehören, da uns diese zu eng und dogmatisch ist.
Ich finde, dass alles erlaubt sein muss, um im Gesamtbild das Wesen der Beginen wiederzufinden: frei zu sein, möglichst ohne Fremdbestimmung ein wertevolles Leben zu führen, ohne Gängelung durch Männer.
Die Spiritualität so zu leben, wie es gefällt, ohne dass alle Beginen in allen Höfen auch so leben müssen: Gerade die verschiedenen Schwerpunkte der einzelnen Höfe machen diese Bewegung doch so reizvoll und bunt!
Ich finde aber auch, dass die verschiedenen Beginenrichtungen zusammenfinden sollten, denn nur als Ganzes wird die Wirkkraft gesteigert und können Synergien entstehen, die das Lebensmodell der Beginen auch für jüngere Frauen reizvoll machen.
Wenn wir wollen, dass der Beginenweg weitergeht und eine Zukunft hat, geht es nicht anders.
Ich wünsche mir von Herzen, dass hier eine Einigung untereinander entstehen darf und wir ein offenes Miteinander verwirklichen, einander fördern und lernen, die verschiedenen Modelle unter einen Hut zu bringen.
Das ist mein großer Wunsch für die Zukunft, und ich stehe sicherlich nicht allein damit da.
Manuela Schindler
4.2.2026
